Logo Druckversion

Deutsches Rotes Kreuz
Kreisverband Leverkusen e. V.

Düsseldorfer Str. 28 · 51379 Leverkusen

Tel.: 02171 4006-0 · Fax: 02171 4006-166

E-Mail: info[at]drk-leverkusen.de

Startseite » Ihr DRK vor Ort » Aktuelles

Ein kleiner Pieks für die Gesundheit

vom 04.02.2021

Impfaktion im DRK-Altenheim: Die Vorbereitung und Durchführung der Impftage wurde vom Team des Altenheims akribisch organisiert - Hohe Impfbereitschaft bei Bewohnern und Personal

Dr. Christian Spehr impfte Heimbewohnerin Ruth Kobelt. Sie bleibt in der Pandemie optimistisch und hofft, ihren nächsten Geburtstag wieder in einem größeren Kreis feiern zu können. Foto: Uwe Miserius

Der Impfstoff ist hochempfindlich. Zuvor bei minus 70 Grad gelagert, wird er bei zwei bis acht Grad aufgetaut angeliefert und zwischengelagert, bevor er nach Verdünnung mit einer Kochsalzlösung verimpft wird. Foto: Uwe Miserius

Auch Pflegefachkraft Sebastian Leonard ließ sich impfen. Er sieht es als seine soziale Verpflichtung gegenüber den Heimbewohnern. Foto: Uwe Miserius

Der Impfpass beweist es: Sebastian Leonard schützt sich und andere. Foto: Uwe Miserius

Für die Impfvorbereitung war ein besonderer Reinraum erforderlich. Foto: Uwe Miserius

 

Am 14. Januar startete im DRK-Altenheim in Opladen nach aufwendigen Vorbereitungen die lang erwartete Impfaktion. Der Tag begann früh: Schon um halb sieben am Morgen wurde der Impfstoff, in Kühlboxen gelagert, geliefert.
Das Impfteam bestand aus drei Ärzten unter der Leitung von Bettina Schwarz-Lindlar. Unterstützt wurde sie von Dr. Christian Spehr und Peter Jagieniak-Mager. Beide kennen sich vor Ort aus: Sie betreuen als Hausärzte die Heimbewohner.

Als erste Bewohnerin wurde Ruth Kobelt geimpft. Die 90-jährige war ganz entspannt. „Ich habe keine Bedenken“, sagt sie und zeigt sich über die Pandemie und die aktuelle Impfdiskussion gut informiert.

Im Umgang mit dem Impfstoff ist besondere Vorsicht geboten. „Das Serum ist äußerst empfindlich und darf zum Beispiel nicht erschüttert werden“, erläutert Bettina Schwarz-Lindlar. „Wir dürfen eine Flasche, die heruntergefallen ist, nicht verwenden, selbst wenn sie völlig unbeschädigt ist.“

Die Impfbereitschaft bei den aktuell rund 70 Bewohnern und Bewohnerinnen ist hoch. Fast alle haben sich impfen lassen. Auch die knapp 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ziehen mit. „Inzwischen liegt die Bereitschaft beim Pflegepersonal bei fast 100 Prozent“, resümiert Heimleiter Dr. Josef Peters.

Einer von ihnen ist Sebastian Leonard. Als Pflegefachkraft liegt dem 25-jährigen die Impfung besonders am Herzen: „Wir wollen doch alle die Pandemie überwinden“, meint er. „Dabei ist die Impfung ein wichtiger Schritt.“
Eine Impfpflicht lehnt Sebastian Leonard allerdings ab und appelliert stattdessen an die Solidarität der Kolleginnen und Kollegen. Gespräche unter den Mitarbeitern und mit den Leitungskräften im Vorfeld sowie fundierte Informationen rund um den Impfstoff, dessen Wirkung und mögliche Nebenwirkungen hätten die meisten überzeugt.

Für den Impftag waren intensive und umfangreiche Vorbereitungen nötig. Die Einwilligung aller Bewohner und Bewohnerinnen, ggf. deren amtlicher Betreuer, musste eingeholt werden, mögliche Kontraindikationen wurden geprüft, das ausgefeilte Hygienekonzept des Heimes kam nochmals auf den Prüfstand.
Es galt festzulegen, nach welchem System und in welcher Reihenfolge die Bewohnerinnen und Bewohner geimpft werden sollten. Außerdem wurde ein Reinraum für die Vorbereitung des Impfstoffes benötigt.

Das Impfen selbst war für die Bewohner und Bewohnerinnen mit keinem Ortswechsel verbunden. Die Impfung erfolgte etagenweise auf den Zimmern. Das Personal wurde auf der Isolierstation des Heimes geimpft.

Die Isolierstation mit insgesamt 20 Betten gehört zum Hygienekonzept des DRK-Altenheimes. Behördlich gefordert steht sie seit Ostern 2020 für den „Fall des Falles“ bereit – und zum Glück meistens leer.
„Wir sind von Coronafällen bisher weitgehend verschont geblieben“, zeigt sich Heimleiter Dr. Peters erleichtert. „Wir haben schon früh strenge Hygienemaßnahmen eingeführt“, betont er. Zutritt zum Heim erhalten Besucher nur nach vorangegangenem Schnelltest, Kurzscreening und Temperaturmessung. Das Tragen einer FFP-2-Maske ist Pflicht.

„Die Pandemie verlangt uns allen viel ab“, erklärt der Heimleiter. „Den Bewohnern und Bewohnerinnen natürlich, aber auch unser Team ist erheblicher Mehrbelastung ausgesetzt. Die allgemeine Organisation und die Umsetzung immer neuer Vorschriften gemäß der Coronaschutzverordnung ist mit viel Aufwand verbunden. Aber gemeinsam werden wir diese schwierige Phase überwinden.“

Am 4. Februar ging es in die zweite Runde. Da fand der Folgetermin für die Impfung statt.

Das Deutsche Rote Kreuz stellt Informationen rund um die Coronaimpfung bereit. Hier geht es zu den wichtigsten Fragen und Antworten.